Die Anker der Tegetthoff und der Viribus Unitis
Österreichische Kriegsschiffe? Viele schütteln bei dieser Vorstellung belustigt den Kopf, handelt es sich doch bei unserer Heimat um ein Binnenland. Vor einem Jahrhundert jedoch, als Österreich noch bis zur Adria reichte zählte die k. u. k. Kriegsmarine zu den sechs größten Marinen der Welt. An vielen Orten findet man heute noch Spuren der einstigen Seemacht Österreich, auf eine davon bin ich während eines Besuches der Stadt Rom gestoßen.
Wenn man von der berühmten Engelsbrücke (Ponte di San Angelo) das linke Tiber Ufer entlang nach Norden spaziert, gelangt man nach circa zwei Kilometer zum Palazzo des italienischen Marineministeriums, dessen flussseitiger Eingang von zwei riesigen Anker flankiert wird.

Diese über acht tausend Kilogramm schweren Ungetüme stammen von den österreichisch-ungarischen Schlachtschiffen Tegetthoff und Viribus Unitis, die zusammen mit ihren Schwesterschiffen Prinz Eugen und Szent Istvàn der Stolz der k. u. k. Marine waren.

Die Tegetthoff, die auch Namensgeber für diese Klasse von Kriegsschiffen war, wurde nach dem Ersten Weltkrieg Italien zugesprochen, wo das Schiff zuerst in Venedig lag und schließlich in den Jahren 1924 und 1925 in La Spezia abgewrackt wurde.

Die Viribus Unitis (mit vereinten Kräften), benannt nach dem Wahlspruch des österreichischen Kaisers wurde am 1. November 1918 von italienischen Kampfschwimmern im Hafenbecken von Pula versenkt, obwohl das Schiff bereits dem neuen SHS Staat übergeben wurde.

Diese zwei Trophäen sollten bei einem Besuch der ewigen Stadt auf der Liste der Sehenswürdigkeiten eines jeden, an der österreichischen Geschichte Interessierten stehen. Besser als jedes Bild oder Modell zeugen sie in ihrer imposanten Realität von der maritimen Vergangenheit Österreichs.
